Bretagne mit Kleinkind

Landschaft

Im Juni haben wir unseren ersten Urlaub mit Kind (2) verbracht. Inspiriert von Kölnformats Roadtripp ging es von Köln aus mit dem Auto zunächst in die Normandie und dann weiter in die Bretagne. Genauer: Auf den Bauernhof der Familie Lamour in Plèlo, an der Côtes-d’Armor, wo wir für sieben Tage ein kleines Ferienhäuschen gemietet hatten.

Anreise mit Hindernissen
Bis wir an unserem Wunschort ankamen, war es – im doppelten Sinne – ein weiter, weiter Weg. Denn, es trennten uns nicht nur rund 900 km von unserer Urlaubsdestination, sondern auch ein heftiges Unwetter, ein qualmender Motor und ein kotzendes Kleinkind. Umso erfreuter waren wir da, als wir nach diesem mittelgroßen Horrortrip endlich an unserem ersten Etappenziel in Neufmoulin ankamen und Natur pur genießen durften. Denn die Pension von Èlisabeth und Jean-Marie war wirklich ein kleines Idyll mit ganz viel Grün, zahlreichen Hühnern, Gänsen, Ziegen und Pferden.

Unser geräumiges und sehr modernes Zimmer befand sich in einer alten Scheune, die aufwendig renoviert worden war und neben drei Gästezimmern, auch eine große Gescheinschaftsküche und eine Terrasse mit Blick ins Grüne bot. Die gesamte Umgebung (inklusive der herzlichen Gastgeber) war sehr kinderfreundlich, sodass wir uns hier prima von der anstrengenden Fahrt erholen konnten. Auch das Frühstück eignete sich hervorragend, um neue Energie für die Weiterfahrt zu tanken. Neben köstlichem Käse aus der Region, gab es frisch gebackene Madeleins, Rhababerkompott, selbstgemachten Joghurt und viele andere Leckereien. Tipp: Ich habe die Unterkunkt direkt über die Website gebucht, was kein Problem war, da Èlisabeth ganz gut Englisch spricht.

neufmoulin final

Blühende Landschaften
Ja, die gibt es tatsächlich. Man mag es sich als Stadtmensch kaum vorstellen können, erst recht nicht, wenn man sich zuvor über kilometerlange Autobahnstrecken gequält hat. Als wir jedoch nach ca. sechstündiger Fahrt an unserem Urlaubsort ankamen, war ich gleich hin und weg von dem wunderbaren Anblick, der sich uns bot: Bis zum Horizont nur Wiesen und Felder! Das Ganze kombiniert mit sanftem Blätterrascheln und Vogelgezwitscher. Ansonsten: absolute Ruhe!

„Florence“, unser uraltes, minikleines (35 qm) Steinhäuschen, war zudem mit ganz viel Liebe zum Detail eingerichtet. Es gab eine Wohnküche mit Kamin, ein Schlafzimmer und ein kleines Bad. Außerdem eine Terrasse und einen eigenen Garten mit Grill, den wir – Dank des guten Wetters – auch instensiv genutzt haben.

Gastgeberin Liz, die mit ihrer Familie den Bauernhof betreibt, auf dem das Häuschen stand, gab uns viele gute Unternehmungs-Tipps. Das Ganze in perfektem Englisch und mit dem richtigen Gespür dafür, was mit Kind geht und was nicht. Im Haus lag außerdem eine Liste mit allen Wochenmarktterminen in der Umgebung aus. Auf denen konnten wir uns hervorragend mit regionalen Produkten eindecken. Auf dem Markt von Binic haben wir zum Beispiel Fußball große, knackfrische Artischocken für nur 0,50 € das Stück gekauft. Außerdem gab es überall die berühmten Galettestände (falls Ihr mal keinen Bock auf Kochen oder 3-Gänge-Menüs im Restaurant habt). Tipp: Liz bietet ihren Gästen auch einen Frühstückskorb mit frischer Milch, selbstgemachter Marmelade, köstlichem Brot, der typischen gesalzenen Butter und anderen regionalen Produkten an. Der Clou: Vor dem Haus gibt es ein kleines Mini-Gewächshaus, in dem der Korb abgestellt wird. So muss man ihn sich nur noch schnell reinholen, wenn man frühstücken möchte.

Frühstück

Sonnenbaden, Pony reiten und zwischendurch: Wäsche waschen
Die Region um unser Örtchen Plèlo herum bot uns eigentlich alles, was man sich als Urlauber so wünscht. Wir konnten zwischen 20 verschiedenen Stränden auswählen, kleine historische Städtchen besichtigen, Pony reiten, einen Tag im Zoo verbringen, Picknicken und und und.

Strand final

Einige Vormittage haben wir auch einfach damit verbracht auf dem Bauernhof unserer Gastfamilie herumzubummeln. Hier ließ es sich nämlich ebenfalls prima aushalten, denn es gab dort einen kleinen Spielplatz, ein Waschhäuschen, das gleichzeitig auch als Bibliothek diente, ein romantisches Gewächshaus und hier und da mal ein Huhn, das den Weg kreutzte. Perfekt also für einen Urlaub mit Kleinkind!

Plelo final

Kinderbettchen, Wickelunterlage, Kinderhochstuhl und Babybadewanne waren übrigens im Mietpreis inklusive. Darüber hinaus haben wir auch die Waschmaschine und den Trockner genutzt, was uns ebenfalls keinen Cent gekostet hat. Sehr sympathisch war mir auch, dass unsere Gastgeber durchgehend auf Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit geachtet haben – vom Putzmittel bis zum Duschgel (von Damana). Als die sieben Tage um waren, war ich richtiggehend traurig, diese wunderbare Natur und die herrliche Stille wieder verlassen zu müssen.

In The Middle Of Nowhere
Auch auf dem Rückweg hatten wir wieder einen Zwischenstopp mit Übernachtung eingeplant. Das Örtchen „Sourdon“, in dem die Unterkunft lag, war allerdings so klein, dass ich bis zum Schluss fest davon überzeugt war, wir hätten uns verfahren. Zufällig verirrt sich dort jedenfalls kein Tourist hin, was aber natürlich auch seinen Charme hat.
Die Pension von Sarah & Hervé Lopes war sehr modern und hübsch eingerichtet, was mir allerdings auch so manches Mal die Schweißperlen auf die Stirn trieb, weil überall hübsche Glas- oder Porzellandeko herumstand, die mein Sohn unbedingt „begutachten“ wollte. Außerdem war das Zimmer zwar sehr geräumig, aber leider auch sehr hellhörig. Dafür gab es einen großen Garten mit Spielgeräten, Hühnern, Katzen und einem Hund. Wer kein französisch kann, sollte die Pension lieber über booking.com buchen, da die Gastgeber selbst kein Englisch sprechen.

sourdon final

2 Gedanken zu “Bretagne mit Kleinkind

  1. Oh das ist ja wunderbar! Es freut mich, dass ich euch inspiriert habe, die Bretagne zu besuchen auch wenn die Fahrt etwas anstrengend war! Das kleine Häuschen klingt nach sehr viel Gemütlichkeit und der Korb sieht nur toll aus ❤

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